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Seit 45 Jahren informiert der Informationsdienst arznei-telegramm® Ärzte, Apotheker und andere Heilberufe über Nutzen und Risiken von Arzneimitteln - neutral und unabhängig, ohne Werbung und ausschließlich durch Abonnements finanziert.

Interessierte Laien bzw. Patienten finden in der von uns mitgegründeten - ebenfalls von der Pharmaindustrie unabhängigen - Verbraucherzeitschrift Gute Pillen - Schlechte Pillen Rat.

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Wichtige Informationen und Änderungen auf einen Blick


Ziegelexpressionismus an unserem Verlagsgebäude,
dem Wasserturm auf dem Friedhof Bergstraße
in Berlin-Steglitz (Foto: © W. Becker-Brüser)
Einen Überblick über die Themen der aktuellen Ausgabe des arznei-telegramm® finden Sie hier.

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arznei-telegramm® 2015; 46: 42-7

AUSWAHL VON ANTIDIABETIKA BEI TYP-2-DIABETES MIT NIERENINSUFFIZIENZ

Zu den Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus gehört die chronische Nephropathie. Nach Querschnittsuntersuchungen im Rahmen des US-amerikanischen nationalen Survey NHANES zwischen 1999 und 2012 wird der Anteil der Patienten mit Typ-2-Diabetes, bei denen gleichzeitig eine chronische Nierenerkrankung vorliegt, insgesamt auf 44% geschätzt: Dabei beträgt die Prävalenz einer Albuminurie mit Albumin-Kreatinin-Quotient im Urin von mindestens 30 mg/g 32%, während die Häufigkeit einer Niereninsuffizienz mit geschätzter glomerulärer Filtrationsrate (eGFR, siehe Kasten) unter 60 ml/min/1,73 m² bei 22% liegt. Ähnliche Zahlen liegen auch aus Deutschland vor: Von knapp 500.000 Patienten mit Typ-2-Diabetes im Disease-Management-Programm in Nordrhein haben 26% eine eGFR von 60 ml/min/1,73 m² oder darunter. Diabetespatienten mit chronischer Nierenerkrankung haben ein deutlich höheres Risiko, kardiovaskuläre Komplikationen zu erleiden oder zu sterben, als Diabetespatienten ohne Nierenerkrankung.
(Vollständiger Text in arznei-telegramm 5/2015 nur nach Einloggen in den Abobereich)


arznei-telegramm® 2015; 46: 49

INVAGINATIONEN NACH ROTAVIRUSIMPFUNG
... Frankreich zieht Impfempfehlung zurück

Das Risiko von Darminvaginationen, also der Einstülpung eines proximalen (oberen) in einen distalen (unteren) Darmabschnitt, ist nach Rotavirusimpfung (ROTARIX, ROTATEQ) erhöht und offenbar in den sieben Tagen nach der ersten oralen Impfdosis am höchsten (a-t 2010; 41: 129-30). Für beide Vakzinen deuten die Daten nach Markteinführung auf bis zu sechs zusätzliche Invaginationen pro 100.000 Säuglinge/Jahr hin (a-t 2013; 44: 76, 81), bei einer Hintergrundinzidenz von etwa 30-100 pro 100.000 Säuglinge (unter einem Jahr)/Jahr. In Frankreich wird jetzt aktuell die Ende 2013 ausgesprochene Empfehlung zur generellen Rotavirusimpfung von Säuglingen zurückgenommen.
(Vollständiger Text in arznei-telegramm 5/2015 nur nach Einloggen in den Abobereich)


arznei-telegramm® 2015; 46: 37

ROFLUMILAST (DAXAS) BEI COPD
… Zusatznutzen bei standardgemäß behandelten Patienten belegt?

Ein klinischer Nutzen des bei schwerer chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) angebotenen Phosphodiesterase-4-Hemmers Roflumilast (DAXAS) ist in der zugelassenen Indikation im Vergleich oder als Zusatz zur Standardtherapie bislang nicht belegt. In den Hauptzulassungsstudien werden Exazerbationen zwar gemindert, die Patienten waren jedoch nicht standardgemäß behandelt. In einer 2014 veröffentlichten Studie bei schwerer oder sehr schwerer COPD durften die als Erstwahlmittel bei diesen Patienten empfohlenen inhalativen Kortikoide und langwirkenden Betamimetika zwar verwendet werden, ein Effekt von Roflumilast auf klinische Endpunkte bleibt hier jedoch aus (a-t 2010; 41: 78-80; 2014; 45: 110-1).
(Vollständiger Text in arznei-telegramm 4/2015 nur nach Einloggen in den Abobereich)


arznei-telegramm® 2015; 46: 36-7

KONJUGATIMPFSTOFF PREVENAR 13 ZUR PNEUMOKOKKENPROPHYLAXE IM ALTER?

Mit der aktuell publizierten CAPITA-Studie liegen erstmals klinische Daten zur Wirksamkeit des 13-valenten Pneumokokkenkonjugatimpfstoffs PREVENAR 13 gegen Pneumokokken-bedingte Pneumonien, invasive Pneumokokkenerkrankungen und Todesfälle im Alter vor. Insgesamt 84.496 Erwachsene aus den Niederlanden werden in der randomisierten Doppelblindstudie entweder mit dem Konjugatimpfstoff oder – da eine Pneumokokkenimpfung dort bei Erwachsenen nicht als Standard empfohlen wird – Plazebo geimpft. Sie müssen wenigstens 65 Jahre alt sein, dürfen keine Immundefizienz aufweisen und zuvor keine Pneumokokkenimpfung erhalten haben. Primär untersucht wird der Schutz vor einer ersten Episode einer bestätigten ambulant erworbenen Lungenentzündung durch Impfstoffserotypen.
(Vollständiger Text in arznei-telegramm 4/2015 nur nach Einloggen in den Abobereich)


arznei-telegramm® 2015; 46: 37-9

MIT ODER OHNE ASS? … Neue orale Antikoagulanzien bei Patienten mit Vorhofflimmern und chronischer KHK

Bei Patienten mit chronischer koronarer Herzkrankheit (KHK) vermindern Cumarine Herzinfarkte und andere Gefäßereignisse mindestens so effektiv wie niedrig dosierte Azetylsalizylsäure (ASS; ASPIRIN, Generika). Vor allem bei intensivierter Dosierung (INR 2,8-4,8) gehen sie allerdings mit höheren Raten schwerer Blutungen einher. Moderat dosierte Cumarine (INR 2-3) allein oder kombiniert mit ASS reduzieren bei diesen Patienten gegenüber ASS allein die Herzinfarktrate signifikant um etwa 40% und die Schlaganfallrate um etwa 50%. Schwere Blutungen nehmen aber etwa auf das 2,5-Fache zu (a-t 2012; 43: 20-1). Gegenüber Cumarinen allein wiederum vermindert die Kombination von Cumarinen mit ASS arterielle thromboembolische Komplikationen nur bei Patienten mit mechanischen Herzklappen, erhöht aber die Rate schwerer Blutungen um 43%.
(Vollständiger Text in arznei-telegramm 4/2015 nur nach Einloggen in den Abobereich)


arznei-telegramm® 2015; 46: 40

PML UNTER DIMETHYLFUMARAT-HALTIGEN MITTELN (FUMADERM, TECFIDERA U.A.)

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnt vor progressiver multifokaler Leukenzephalopathie (PML) unter den Dimethylfumarat-haltigen Arzneimitteln FUMADERM und TECFIDERA. Das BfArM überblickt mittlerweile aus Deutschland neun Berichte über PML unter dem Psoriasismittel FUMADERM (vgl. a-t 2013; 44: 35-6) und zwei unter dem Multiple-Sklerose (MS)-Mittel TECFIDERA.
(Vollständiger Text in arznei-telegramm 4/2015 nur nach Einloggen in den Abobereich)


arznei-telegramm®: e a-t vom 20. März 2015

VARENICLIN (CHAMPIX): VERRINGERTE ALKOHOLTOLERANZ, KRAMPFANFÄLLE U.A.

Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA warnt vor unerwarteten Folgen, wenn Alkohol und das Raucherentwöhnungsmittel Vareniclin (CHAMPIX; a-t 2007; 38: 25-7 und 2012; 43: 59-61) zusammenwirken, sowie vor Vareniclin-bedingten Krampfanfällen (vgl. a-t 2008; 39: 72).In der FDA-Datenbank unerwünschter Ereignisse (FAERS) überblickt die Behörde 48 Berichte zu Vareniclin in Verbindung mit Alkohol. Verringerte Alkoholtoleranz (n = 11, einschließlich verstärkter Trunkenheit, bei einer Person mit der Folge eines Verkehrsunfalls und Festnahme durch die Polizei) und ungewöhnlich aggressives Verhalten (37) lassen sich nicht durch den Alkoholkonsum allein erklären. 22-mal kommt es zu Angriffen auf Personen bzw. Sachbeschädigung. Oft können sich die Betroffenen nicht oder nur vage an die Ereignisse erinnern.
(Vollständiger Text nur nach Einloggen in den Abobereich)


arznei-telegramm® 2015; 46: 32

EMA, FDA: KARDIOVASKULÄRE SICHERHEIT VON TESTOSTERON NICHT BELEGT

Auf Veranlassung der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA müssen in den USA alle Produktinformationen von Testosteron-Präparaten (hierzulande NEBIDO u.a.) demnächst auf ein möglicherweise erhöhtes Risiko von Herzinfarkt, Schlaganfall und Tod hinweisen. Zwei Metaanalysen von 27 bzw. 26 randomisierten Studien, in denen bei 2.994 bzw. 3.236 Patienten Testosteron gegen Plazebo geprüft wird und kardiovaskuläre Ereignisse erfasst sind, kommen allerdings zu widersprüchlichen Ergebnissen: Die erste errechnet ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko (Odds Ratio 1,5; 95% Konfidenzintervall 1,1-2,2), die zweite keine signifikante Gefährdung. Dabei ist die überwiegende Zahl der einbezogenen Studien in beiden Analysen identisch (n = 20). Methodische Unzulänglichkeiten, darunter beträchtliche Heterogenität der Studien, unsystematische Erfassung und unterschiedliche Definition kardialer Störwirkungen und Bias bei deren Interpretation verwässern die Aussagekraft von Studien und Metaanalysen. In der Tendenz dürfte die Gefährdung unterschätzt werden.
(Vollständiger Text in arznei-telegramm 3/2015, nur nach Einloggen in den Abobereich)


arznei-telegramm® 2015; 46: 25-6

PROPRANOLOL (HEMANGIOL) BEI INFANTILEN HÄMANGIOMEN

Erstmals seit Einführung der frühen Nutzenbewertung im Rahmen des AMNOG hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Februar 2015 für eine Neueinführung die höchste Kategorie eines Zusatznutzens ("erheblich") vergeben. Es handelt sich dabei um die Propranolol-Zubereitung HEMANGIOL, die für die systemische Therapie des infantilen Hämangioms zugelassen wurde und im September 2014 in den Handel kam. Wegen der neuen pädiatrischen Indikation gilt Propranolol in HEMANGIOL als neuer Wirkstoff, der einer Nutzenbewertung unterzogen wird.
(Vollständiger Text in arznei-telegramm 3/2015, nur nach Einloggen in den Abobereich)


arznei-telegramm® 2015; 46: 29-30

SUBLINGUALE IMMUNTHERAPIE DER GRÄSERPOLLENALLERGIE

Die Verordnungszahlen für Präparate zur sublingualen Immuntherapie der Gräserpollenallergie sind in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Bei ORALAIR, dem neben GRAZAX umsatzstärksten Allergieextrakt zur sublingualen Anwendung, verdreifachten sich die Verschreibungen innerhalb von vier Jahren (verordnete Tagesdosierungen [DDD] 2009: 0,9 Mio.; 2013: 3,1 Mio.). Die Beliebtheit mag unter anderem auf die gegenüber der "klassischen" subkutanen Immuntherapie einfachere spritzenfreie Applikation zurückgehen. GRAZAX und ORALAIR sind zur Behandlung der durch Gräserpollen induzierten Rhinokonjunktivitis bei Kindern ab fünf Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen zugelassen. Seit unserer letzten Bewertung von GRAZAX (a-t 2006; 37: 120-1) sind zu beiden Präparaten mehrere plazebokontrollierte Studien mit ähnlichem Design erschienen...
(Vollständiger Text in arznei-telegramm 3/2015, nur nach Einloggen in den Abobereich)


arznei-telegramm® 2015; 46: 20

TIOTROPIUMBROMID (SPIRIVA RESPIMAT) JETZT AUCH BEI ASTHMA

Das langwirkende inhalative Anticholinergikum Tiotropiumbromid (SPIRIVA, SPIRIVA RESPIMAT), das seit mehr als zehn Jahren zur Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD; vgl. a-t 2002; 33: 74-5) im Handel ist, ist als SPIRIVA RESPIMAT seit letztem Herbst auch zur Dauertherapie des Asthma bronchiale zugelassen. Tiotropium darf nur bei erwachsenen Asthmapatienten verwendet werden, die dauerhaft ein inhalatives Glukokortikoid in (mäßiger bis) hoher Dosis (täglich mindestens 800 µg Budesonid [PULMICORT, Generika] oder ein Äquivalent) und ein langwirkendes Betamimetikum anwenden und im Vorjahr mindestens eine schwere Exazerbation durchgemacht haben. Die Therapieoptionen für diese Patienten, die die schlecht verträglichen systemischen Kortikosteroide umfassen, sind begrenzt.
(Vollständiger Text in arznei-telegramm 2/2015, nur nach Einloggen in den Abobereich)


arznei-telegramm® 2015; 46: 18-20

ABNEHMEN MIT ARZNEIMITTELN
… ein bedenkliches Therapiekonzept

Jeder vierte Erwachsene in Deutschland soll adipös sein, in den USA sogar jeder dritte. Trotz des somit beträchtlichen Marktpotenzials schrumpfte der Absatz von pharmakologischen Abnehmhilfen wie Appetithemmern innerhalb von 30 Jahren von 7 Millionen Packungen im Jahr 1983 auf weniger als 0,7 Millionen Packungen 2013. Vor allem die erheblichen Risiken und der unzureichend dokumentierte Nutzen der Adipositasmittel dürften hierzu beigetragen haben.

DERZEIT ANGEBOTENE WIRKSTOFFE: Vier Wirkstoffe, darunter drei Amphetaminabkömmlinge, stehen hierzulande zur pharmakologischen Behandlung der Adipositas zur Verfügung. Mehr als dreimal so viele mussten in den vergangenen Jahrzehnten zurückgezogen werden.
(Vollständiger Text in arznei-telegramm 2/2015, nur nach Einloggenin den Abobereich)


arznei-telegramm® 2015; 46: 20-1

CUMARIN-ANTIKOAGULANZIEN
… Stellenwert von Phenprocoumon
im Vergleich mit Warfarin

Die Zulassungsstudien für die neuen oralen Antikoagulanzien sind alle in Bezug auf Warfarin (COUMADIN) gelaufen. Ich hatte in fast 25 Jahren ärztlicher Tätigkeit einen einzigen Patienten, der auf Warfarin eingestellt war. Meines Wissens wird in ganz Deutschland, zumindest aber in Ostdeutschland überwiegend Phenprocoumon (MARCUMAR, FALITHROM, Generika) verwendet. Können Sie mir etwas über die Hintergründe dieses Phänomens sagen? Gibt es Studien, inwieweit Warfarin und Phenprocoumon vergleichbare Ergebnisse bezüglich der oralen Antikoagulation zeigen?

NN (Name etc. im a-t 2/2015 genannt)

In der Tat wird in Deutschland für die Antikoagulation mit Cumarinen ganz überwiegend Phenprocoumon (MARCUMAR, Generika) eingesetzt, im Jahr 2013 beispielweise im Verhältnis 99 : 1 gegenüber Warfarin (COUMADIN). In anderen europäischen Ländern werden dagegen andere Vitamin-K-Antagonisten bevorzugt: in Großbritannien und Italien Warfarin, in Spanien Acenocoumarol (hierzulande außer Handel: SINTROM) und in Frankreich der Nicht-Cumarin-Vitamin-K-Antagonist Fluindion (hierzulande nicht im Handel).
(Vollständiger Text in arznei-telegramm 2/2015, nur nach Einloggen in den Abobereich)


arznei-telegramm® 2015; 46: 17-8

WEITERHIN MONDPREIS FÜR HEPATITIS-C-MITTEL SOFOSBUVIR (SOVALDI)
… Die Mär von 27% Preisnachlass

Nachdem der GKV-Spitzenverband Ende Januar 2015 bereits die Schiedsstelle angerufen hatte, hat er sich jetzt mit dem Anbieter Gilead doch auf einen Erstattungsbetrag für den bei chronischer Hepatitis C verwendeten extrem teuren Polymerasehemmer Sofosbuvir (SOVALDI; a-t 2014; 45: 33-4, e a-t 4/2014 vom 11. Apr. 2014) geeinigt. Rückwirkend zum 23. Januar 2015 sinkt der bisherige Herstellerabgabepreis von 16.270 € für 28 Tabletten demnach auf 14.521 €. Der ausgehandelte Nachlass beträgt somit nicht, wie vielfach berichtet, 27%, sondern nur knapp 11%. Anscheinend wird der neue rabattierte Herstellerabgabepreis fälschlicherweise mit dem Apothekenverkaufspreis gleichgesetzt. Der Apothekenverkaufspreis ist jedoch deutlich höher: Er enthält neben dem Herstellerabgabepreis Handelsaufschläge und die Mehrwertsteuer von 19% und beträgt seit Markteinführung 19.999 €, also rund 700 € für eine einzige Tablette. Nach Abzug des gesetzlichen Herstellerabschlags von 7% bezahlten die Kassen für eine Packung mit 28 Tabletten Sofosbuvir bislang 18.860 €. Künftig werden es nach unseren Berechnungen 16.840 € sein.(mehr)


arznei-telegramm® 2015; 46: 4, 13-5

APIXABAN UND DABIGATRAN JETZT AUCH BEI VENÖSEN THROMBOEMBOLIEN

Seit Mitte 2014 sind der Thrombin-Inhibitor Dabigatran (PRADAXA) und der Faktor-Xa-Inhibitor Apixaban (ELIQUIS) auch zur Akuttherapie tiefer Venenthrombosen und Lungenembolien sowie zur anschließenden Rezidivprophylaxe venöser Thromboembolien zugelassen. Sie folgen damit dem Faktor-Xa-Inhibitor Rivaroxaban (XARELTO), der seit Ende 2011 für diese Indikationen zugelassen ist, aber gegenüber dem Standard aus Enoxaparin (CLEXANE) über fünf bis sieben Tage und gleichzeitig begonnener Cumarintherapie mit einem INR-Zielwert von 2-3 keine Vorteile bietet (a-t 2012; 43: 2-4 und 11-12).
(Vollständiger Text in arznei-telegramm 1/2015, nur nach Einloggen in den Abobereich)


arznei-telegramm® 2015; 46: 2-4

LEDIPASVIR PLUS SOFOSBUVIR (HARVONI) GEGEN HEPATITIS C

Mit der Fixkombination aus Ledipasvir plus Sofosbuvir (HARVONI) ist seit Dezember 2014 eine weitere Interferon-freie Therapie der chronischen Hepatitis C Erwachsener im Handel. Ledipasvir ist der zweite verfügbare Hemmer des viralen Nichtstrukturproteins 5A (NS5A) nach Daclatasvir (DAKLINZA; a-t 2014; 45: 89-91), das in der zugelassenen freien Kombination mit dem ebenfalls erst seit 2014 auf dem Markt befindlichen RNA-Polymerasehemmer Sofosbuvir (SOVALDI; e a-t 4/2014 und a-t 2014; 45: 33-4) aber nur an wenigen Patienten untersucht ist. Verwendet werden darf die neue Fixkombination bei dem hierzulande häufigsten Hepatitis-C-Virus Genotyp 1 oder dem selteneren Genotyp 4 als alleinige Behandlung bei Patienten ohne oder mit kompensierter Leberzirrhose sowie zusätzlich mit Ribavirin (COPEGUS, REBETOL, Generika) bei dekompensierter Zirrhose bzw. vor oder nach Lebertransplantation. Erstmals ist damit eine Interferon-freie Behandlung explizit bei dekompensierter Zirrhose sowie nach Lebertransplantation zugelassen.
(Vollständiger Text in arznei-telegramm 1/2015, nur nach Einloggen in den Abobereich)


arznei-telegramm® 2015; 46: 15-6

Pregabalin-Generika - desinformierendes Ärzteanschreiben von Pfizer

"LYRICA - Das einzige Pregabalin mit der Zulassung für neuropathische Schmerzen": Unter dieser Überschrift behauptet Pfizer in einem Ärzteanschreiben, "transparent" über das Original LYRICA und die neuen Pregabalingenerika zu informieren. Die Firma betont dabei, dass die Generika im Gegensatz zu LYRICA "derzeit nicht für den Einsatz bei peripheren und zentralen neuropathischen Schmerzen zugelassen" sind. Das ist laut Arzneiverordnungs-Report der mit 89% der Verordnungen häufigste Verwendungszweck des GABA-Derivates. Mit 3,1 Mio. über öffentliche Apotheken verkauften Packungen im Wert von 290 Mio. € (einschließlich Importe, Fabrikabgabepreise) stand LYRICA 2013 auf Rang 4 der umsatzstärksten Arzneimittel. Erfahrungsgemäß bricht der Umsatz rasch ein, wenn Generika auf den Markt kommen. Auf der Basis der Listenpreise werden diese derzeit bis zu rund 60% unter dem LYRICA-Preis angeboten. Es verwundert daher nicht, dass das als "Information für Ihr Patientengespräch" bezeichnete Werbeschreiben die Interessenlage des Originalanbieters widerspiegelt.
(Vollständiger Text in arznei-telegramm 1/2015, nur nach Einloggen in den Abobereich)


arznei-telegramm®: e a-t vom 12. Dezember 2014

WERBUNG FÜR GRIPPEIMPFSTOFF FLUENZ IN KITAS

Ein Kollege macht uns auf eine Werbung der Firma AstraZeneca aufmerksam, die in einer Kita verteilt worden ist. Der hochtrabend mit "Grippeimpfung ist Kinderschutz" überschriebene Flyer und ein Wimmelbild, also ein großes gezeichnetes Bild mit vielen Szenen fast ohne Text, wurde von der Kitaleitung nicht als Werbung erkannt und an die Kinder verteilt. Kein Wunder: Die Werbung kommt wie unabhängige Gesundheitsinformation daher. Das Wimmelbild verbreitet die Firma auch im Internet - zum Ausdrucken und Ausmalen. "Grippe ist kein Kinderspiel", daher sollen die Kinder geimpft werden. Die nasale Vakzine schneidet in den Darstellungen vorteilhaft ab. Ein Handelsname wird nicht genannt, aber das AstraZeneca-Präparat FLUENZ (a-t 2012; 43: 74-5) ist ohnehin die einzige nasale Vakzine. Informationen, die eine Abwägung von Nutzen und Schaden der Impfung ermöglichen, fehlen. Als unerwünschte Wirkung des Nasensprays wird nur verstopfte Nase erwähnt. Die Spritze schneidet schlechter ab: Sie "kann wehtun und Kinder haben häufig Angst". (mehr)


arznei-telegramm® 2014; 45: 112

PML JETZT AUCH UNTER MS-MITTEL DIMETHYLFUMARAT (TECFIDERA)

Eine deutsche Patientin mit Multipler Sklerose (MS), die länger als vier Jahre im Rahmen einer Studie Dimethylfumarat (TECFIDERA) eingenommen und darunter eine schwerwiegende jahrelang bestehende Lymphopenie entwickelt hat, ist im August an einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML) erkrankt und zwei Monate später verstorben. Wie das Kompetenznetz Multiple Sklerose in einer Presseerklärung schreibt, wurde die Lymphopenie als klinisch nicht bedeutsam eingestuft, da die Leukozytenzahlen insgesamt nicht wesentlich erniedrigt waren.
(Vollständiger Text in arznei-telegramm 11/2014, nur nach Einloggen in den Abobereich)


arznei-telegramm® 2014; 45: 79-80

THROMBOZYTENREICHES PLASMA BEI SPORTVERLETZUNGEN - NUTZEN UNZUREICHEND BELEGT

Akute Muskelverletzungen wie Kontusionen, Zerrungen und Muskelfaserrisse führen bei Sportlern oft zu unerwünschten Trainingspausen. Therapieoptionen reichen von konservativen Maßnahmen (z.B. Kühlen, Hochlagern, Physiotherapie) bis hin zu operativen Verfahren. Immer häufiger wird bei muskulären Läsionen und anderen Verletzungen des Stütz- und Bewegungsapparates (z.B. Sehnen, Bänder, Knorpel) auch so genanntes thrombozytenreiches Plasma, das durch Zentrifugieren von Eigenblut gewonnen wird, in das verletzte Gewebe injiziert. Unter der Vorstellung, dass die im Plasma enthaltenen Thrombozyten nach Aktivierung eine Vielzahl von Wachstumsfaktoren produzieren, soll die Injektion des autologen Blutproduktes Regenerationsprozesse und Angiogenese im verletzten Gewebe fördern und die Heilung beschleunigen. (mehr)


arznei-telegramm® 2014; 45: 71-2

LIMPTAR N – WERBUNG GESPICKT MIT IRREFÜHRUNGEN

2013 hat Cassella-med rund eine Dreiviertel Million Packungen LIMPTAR N über öffentliche Apotheken verkauft im Fabrikabgabewert von 11 Mio. €. Der Absatz des zur Selbstmedikation nächtlicher Wadenkrämpfe propagierten Chininpräparates könnte demnächst einbrechen, wenn es – wie vorgesehen – im Herbst dieses Jahres verschreibungspflichtig wird (a-t 2014; 45: 4). Cassella-med geht jetzt noch mal in die Werbeoffensive und scheut dabei keine manipulativen Darstellungen. So behauptet die Firma in einem Werbeprospekt, der kürzlich der Pharmazeutischen Zeitung beilag, dass die Verschreibungspflicht für LIMPTAR N Folge einer „Anpassung an europäische Vorgaben” sei. Das klingt nach einer bürokratischen Formalie. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bestätigt uns jedoch auf Anfrage, dass das von Cassella-med behauptete europäische Verfahren überhaupt nicht existiert.(mehr)


arznei-telegramm® 2014; 45: 63-4

WARNUNG VOR WUNDERMITTEL MIRACLE MINERAL SUPPLEMENT (MMS)

Während Arzneimittelbehörden in anderen Ländern schon vor Jahren gewarnt haben, gab es hierzulande bundesweit bislang nur eine Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Jetzt hat auch das BfArM eine Warnung vor dem angeblichen Wundermittel verschickt: Die Rede ist von MIRACLE MINERAL SUPPLEMENT (MMS), das im Internet gegen eine breite Palette von Krankheiten beworben wird.(mehr)


arznei-telegramm® 2014; 45: 55

MAMMOGRAFIE - EMPFEHLUNG GEGEN SCREENINGPROGRAMME IN DER SCHWEIZ

Das Schweizer Medical Board, eine dem hiesigen Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) vergleichbare Institution, hat sich gegen die Neueinführung systematischer Mammografie-Screeningprogramme und für die zeitliche Befristung laufender Programme in der Schweiz ausgesprochen. Grund ist die nach Einschätzung der Autoren negative Nutzen-Schaden-Bilanz des Screenings (vgl. a-t 2012; 43: 25-8). Kritische Wissenschaftler hatten aufgrund der Datenlage in jüngster Zeit wiederholt gefordert, dass die politischen Entscheidungsträger das Für und Wider des Screenings auf Brustkrebs überprüfen.(mehr)